Die Dinge beim richtigen Namen nennen ist oft schwerer, als man denkt

Als ich noch in Deutschland wohnte, dachte ich, „Schwyzerdütsch“ sei die Eigenbezeichnung der Deutschschweizer für ihren Dialekt. Wie viele Deutsche. Bald wurde ich eines Besseren belehrt: Zwar hört man diesen Ausdruck gelegentlich, aber eigentlich gibt es keine schweizerdeutsche Mundart – sondern viele. Berner reden anders als Zürcher, diese anders als Basler, Solothurner oder St. Galler und so weiter. Von den Oberwallisern ganz zu schweigen.

Zum Trost: Nur scheinbar korrekte Bezeichnungen für andere Sprachräume gibt es auch innerhalb der Schweiz. „Welschland“ klingt in manchen Ohren etwas abwertend, „französische Schweiz“ ist zu lang, „Westschweiz“ etwas technisch. „Romandie“ klingt doch gut und schön französisch dazu. Aber was sagen die Romands in den meisten Fällen? „Suisse romande“, nicht Romandie.

Und selbst innerhalb der Deutschschweiz ist man nicht vor dergleichen gefeit. In einem Werbespot, der auf Youtube hervorragend lief (s.u.), rief ein urchiger (D: uriger) Bergler, Typ Alm-Öhi, auf dem Zürcher Hauptbahnhof per Liveschaltung dazu auf, spontan ins Bünderland zu fahren – ohnehin der Zürcher liebste Ferienregion. Einige, die scheinbar spontan mitmachten, wussten allerdings vorher Bescheid. Trotzdem ein klasse Spot – mit kleinem Schönheitsfehler: „Bündnerland“ sagen hauptsächlich Zürcher. Die Einheimischen nennen ihren Kanton Graubünden.

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