Zwei Ung-getüme weniger?

20070713_221014Ung-getüme, so hat Rudolf Walter Leonhardt die hässlichen Wörter mit -ung genannt. Fast jedes Verb lässt sich in ein solches Ung-getüm verwandeln, ab drei von ihnen ist ein Satz kaum mehr lesbar: In Erwartung Ihrer Entscheidung in Bezug auf die Beschreibung…

Was hat das Thema in einer Sprachglosse über Helvetismen zu suchen? Viel, kennt die Schweiz doch ein paar schlichte und treffende “Ung-Vermeider”: Entscheid statt Entscheidung, Beschrieb für Beschreibung. Doch beide Begriffe muss man auch in der Schweiz bald schon auf die rote Liste setzen. In der Mundart machen sich allmählich “Entscheidig” und “Beschriibig” breit, auch auf NZZ.ch tauchen die Begriffe aus Deutschland weit häufiger auf als “Entscheid” und “Beschrieb”.

Ich plädiere für das Gegenteil: Warum nicht Entscheid und Beschrieb auch in Deutschland einführen? Verstehen wird sie wohl jeder. Das wäre zwar nur ein kleiner Schritt im nimmerwährenden Kampf gegen die Ung-getüme, aber einer in die richtige Richtung.

PS: Ein weiteres ist mir noch eingefallen: Unterbruch, statt Unterbrechung. Was haltet Ihr davon?

 

Übrigens: Rudolf Walter Leonhardt (1921-2003), langjähriger Zeit-Redakteur, ist seit 2013 aus anderen Gründen in den Medien genannt worden. Völlig unabhängig davon ist sein längst vergriffenes Buch „Auf gut deutsch gesagt“ von 1983 zwar nicht gerade aktuell, aber nach wie vor amüsant zu lesen.

 

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