Coiffeure und Piloten

So arbeitet ein Coiffeur in Kambodscha

So arbeitet ein Coiffeur in Kambodscha

Die Nähe des Schweizerhochdeutschen zum Französischen kam in diesem Blog ja bereits zur Sprache. Zum Haareschneiden geht man hier zum Coiffeur (natürlich auf der ersten Silbe betont), und wer professionell fährt, arbeitet als Chauffeur. Ursprünglich bedeutet das „Heizer“. In Deutschland kennt man den Chauffeur, auf der zweiten Silbe betont, nur noch als Privatbediensteten. Taxis, Busse und Trams werden schlicht von Fahrern gesteuert. (Reisebusse heissen übrigens in der Schweiz wie in Frankreich auch Car.) Den Zürcher Verkehrsbetrieben ist Chauffeur noch nicht schick genug – sie suchen deshalb „Trampiloten“.

Die Schreibweise „Schofför“ hat sich auch in Deutschland nicht durchgesetzt. Trotz der Eindeutschungsversuche der letzten Rechtschreibreform ist der Schofför als „veraltet“ wieder aus dem Duden geflogen. Übrigens empfiehlt der Duden auch „Friseur“ statt des ebenfalls verbreiteten „Frisör“. Komplizierter wird’s, wenn eine Dame die Haare schneidet (Friseuse? Frisörin? Choiffeuse? Choiffeurin?). Gefärbte Strähnchen, meist blondiert, heissen hier wie im Französischen Mèches.

Jedenfalls machte ich mich als Kind zum Gespött der Familie, als ich den Markennamen des schicken Salons, zu dem ich geschickt wurde, falsch aussprach: „Interchauffeur“. Tatsächlich heisst diese Kette noch schicker „Intercoiffure“. Es gibt sie immer noch und auch in der Schweiz. Vielleicht sollte ich mal wieder hingehen.

 

Foto: JF

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